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Nordlicht

OneWheel - Produktbesprechungen

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Hallo zusammen,


ich finde dieses Video sehr informativ - und nur deshalb habe ich mir die Mühe gemacht, es zu übersetzen, da des Testers starker Südstaaten-Akzent wohl nicht jedermanns Sache sein dürfte. Offenbar ist der Mann ein draufgängerischer Vielfahrer und kein 'Unboxer', der überhaupt nicht weiß, was er da eigentlich redet. Ich habe den Clip nur nach bestem Wissen und Gewissen übersetzt und unten die vermutlich richtigen technischen Daten eingefügt. Beim D1 ist nicht auszuschließen, dass es international ... Alibaba/eBay/Amazon/...  optisch sehr ähnliche Versionen gibt, die sich aber technisch unterscheiden.

 


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Reihenfolge der von oben nach unten aufgereihten Boards:
Dandan D1
Onewheel+
Trotter
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Alright, es ist Weihnachten in Zentral-Florida...


... und ich möchte die Unterschiede dieser einrädrigen Skateboards aufzeigen.


Hier haben wir [unten] das Trotter, ein chinesisches 'Knock Off / Nachbau' des [Mitte] Future Motion Onewheel+ und dieses hier [oben] heißt D1, es hat verschiedene Namen auf Alibaba und eBay.

 

Die Preisspanne reicht vom [Onewheel+ extrem teuer] über das [Trotter ziemlich teuer] zum [D1 nicht so übel].
Ihr könnt den Größenunterschied sehen, das Trotter wiegt 33 amerikanische Pfund [~15 kg], das Onewheel+ wiegt 25 amerikanische Pfund [~11,3 kg] und das D1 wiegt 20 amerikanische Pfund [~9 kg]. ---Anmerkung: Werte sind von mir 1:1 übersetzt worden, checkt bitte die Tabellen für exakte Werte--- also ein großer Gewichtsunterschied, der sich in der Performance widerspiegelt.


Was die Performance angeht, ist das Onewheel+ großartig, der Mercedes unter den dreien. Das Trotter ist sehr stark, es ist nicht [App-] programmierbar, ist recht lang und breit, was es einfacher zu fahren macht. Das Onewheel+ ist deutlich gutmütiger, weil ihr es auf eurem Handy programmieren könnt. Das ist ziemlich cool, es gibt viele Features, z.b. für Hochgeschwindigkeitsfahrten auf Asphalt, aber auch am Strand, Offroad, auf Wanderwegen, Steinen - es ist weit überlegen unter allen Bedingungen.


Dieses kleine D1 ist richtig gut  für Fahrradwege. Es verkraftet kleine Unebenheiten/Hubbel gut und ist richtig gut, wo der Asphaltstreifen schmal ist. Offroad, mit Steinen und Wurzeln und großen Tannenzapfen ist es nicht so gut, weil der Reifen kleiner ist. Aber es ist leicht, es fährt nicht so weit wie die anderen beiden, weil der Akku kleiner ist und auch die Nabe ist kleiner, deshalb ist auch der Motor kleiner und hat weniger Power. Es ist aber genauso schnell.


Wenn beim D1 der Akku leer ist, merkt ihr das nur dadurch, dass es euch praktisch abwirft. Was passiert ist folgendes: wenn der Akku leer ist, will man das Vorderteil stärker runterdrücken, um die Geschwindigkeit zu halten, die man hat. Das macht ihr unbewusst, ohne es zu merken, und das D1 überkompensiert das, indem es vorne hochschiesst, dann geht's runter [Nosedive] und ihr geht fliegen. Das ist mir schon so oft passiert und auch so ziemlich jedem anderen D1-Besitzer, den ich kenne.


Beim Onewheel+ ist es sehr selten, dass man abgeworfen wird, weil die Programmierung all diese Probleme ausgleicht. Mit dem Onewheel+ habe ich überhaupt keine Probleme gehabt, das ist wirklich hohe Qualität und ein tolles Fahren.


Das Trotter ist nicht zu programmieren, aber es wirft euch nicht ab, ausser es entsteht ein 'Wedeln'. Was ich mit 'Wedeln' meine... es gibt 'Pitch' [Hoch/Runter-Neigung] , 'Roll' [seitliches Rollen] und 'Wedeln' [von links nach rechts]. Wenn ihr die Straße runterfahrt und ein bisschen in seitliche Bewegung geratet, dann stoppt das Trotter. Das macht es immer, ich könnte das auf der Werkbank beweisen, aber das spare ich mir jetzt mal. Und das wirft euch kräftig ab. Normalerweise kommt das vor, wenn man Leuten zuwinkt, man erzeugt eine kleine seitliche Bewegung und es schaukelt sich auf und das war's, ihr seid unten.


Keines dieser Boards übererlebt es, in's Wasser zu fallen, das hab ich auch schon geschafft, ich habe viele von den Dingern kaputtgekriegt, ich reite die ordentlich zu klump. Und ich dachte, ich berichte euch mal ein bisschen, welches am besten ist: ohne Zweifel ist das Onewheel+ das beste, es ist natürlich teuer. Danach kommt das Trotter, das ist ziemlich gut, immer noch recht teuer, aber es macht 'ne Menge mit. Und dann das kleine D1, das wäre gut für Anfänger, so wird man mal abgeworfen und lernt es auf die Harte Tour und lernt, das Board zu respektieren.


Tragt einen Helm und respektiert das Board, Leute!
Frohe Weihnachten.
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P.S. Habe nochmal etwas nachrecherchiert und kann einiges nicht unkommentiert stehen lassen. Der Mann aus Florida [YouTube: Florida Air Controls] handelt offensichtlich auch gewerblich mit diesen Gefährten und sagt an einer Stelle in seinen Kommentaren, das 25% aller aus China zu ihm geschickten Geräte defekt seien.

Was mich wundert: Das Dandan D1 hat einen 250 Watt Motor, als Höchstgewicht für den Fahrer sind 85 kg angegeben. Da liegt der Tester mit seiner kräftigen Statur [schätze mal 100 kg] deutlich drüber und das sollte er dann eigentlich auch mal thematisieren. Das Trotter schafft Fahrer bis 120 kg, das Onewheel+ Fahrer bis 125 kg [alles Herstellerangaben].

Das von ihm thematisierte 'Wedeln' beim Trotter ist mir bei meinem eigenen noch nie aufgefallen, laut technischer Parameter existiert aber eine 'Side Tilt Protection' ab 45° seitlichem [Hin & Her ?]-Schwenken. Die Idee ist wohl, bei Kontrollverlust und Aufschaukeln eine Notbremsung zu machen. Ist mir nie passiert. Pirouetten auf dem Bierdeckel durch Drehen mit starker Seitenneigung [‘Roll'] klappt mit dem Trotter sehr gut. Aber ich fahre auch Slalom damit, ohne dass es stoppt. (???)


Nordlicht

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Dandan D1

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Future Motion Onewheel+

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Trotter

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Hier ein Video zum Trotter, das ich selbst seit Sommer 2017 besitze. Ich bin sehr zufrieden damit, das einzige Problem, das ich mal damit hatte, war folgendes: durch den Reifen wurde Feuchtigkeit und feiner Sand gegen den Rahmen geschleudert. Dieses Gemisch hat es nach und nach geschafft, die Trittflächen zu unterwandern und die Sensoren zu stören. Ich konnte das nach Trocknung und Säuberung recht einfach beheben.

 

Ich habe vor und hinter dem Reifen einen Streifen Klebeband auf den Spalt zwischen dem silbernen Alu-Rahmen und der schwarzen Kunststoff-Abdeckung angebracht, um zu verhindern, dass der Reifen Feuchtigkeit und feinen Sand durch diesen schmalen Spalt unter die Trittflächen schleudern kann. Seitdem top!

 

 

Was ich an diesem Video so überzeugend finde, ist, dass es völlig unbehandelt ist, also die Realität abbildet und nicht alles in Zeitlupe oder Hochglanz zeigt wie Promovideos der Hersteller es tun. Der Fahrer nimmt während der gesamten Fahrt kein einziges Mal den Fuß auf den Boden.


Der Sound ist furchtbar, weil die Gopro-Kamera offenbar mit einer Klemme direkt am Board montiert ist. Dadurch klingt der Piepton furchtbar schrill und laut und der Motor macht den Eindruck, extrem unrund und rauh zu laufen. Beim normalen Fahren kommt das ganz anders rüber, deutlich angenehmer und weicher. 

 

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Es gibt auch negative Kundenrezensionen zu finden. Wenn die Darstellung des Käufers korrekt ist, dann ist das natürlich nicht akzeptabel. Ich habe mein Trotter bei einem europäischen Händler gekauft, der versichert hat, jedes Exemplar vor Auslieferung zu testen.

 

 

So sollte das eigentlich aussehen...

 

 

 

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Hi!

Gibt es eigentlich Qualitätsunterschiede von der elektronischen Steuerung her?  Fällt man z.B. beim einen Modell schneller runter als beim anderen?  

Und gibt es Unterschiede beim Handling? Bei der Kurvenlage?

Einen Vergleichstest mit Exemplaren, die schon 3.000 km runter haben, wäre auch interessant, wird es aber wohl nicht geben.

Ich frage für einen Freund

Markus

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Moin Markus,

 

erstmal danke für die Frage, ich habe sie in die 'Produktbesprechungen' verschoben, weil sie hier besser reinpasst. Weil ich keine Ahnung habe, was das Verschieben für Auswirkungen hat, zitiere ich Dich hiermit, dann solltest Du die Antwort hoffentlich leicht finden...

vor 3 Stunden schrieb Markus.:

Qualitätsunterschiede

 

Ich selbst habe nur praktische Erfahrungen mit dem Trotter, habe aber einiges zum Thema elektronischer Steuerung (sprich Software) gelesen und YouTube Videos gesehen.

 

Vergleiche findest Du auch hier im Forum, scrolle mal nach oben 9_9


Als zum Beispiel Future Motion den Modus 'Delirium' rausbrachte,

[es gibt ab dem Onewheel + auch noch 'Sequoia', 'Cruz', 'Mission', 'Elevated'] -> Quelle: 

 


da waren viele Besitzer ganz aus dem Häuschen, weil das Teil sich auf einmal so viel besser fahren ließ.

 

Verglichen mit Fahrrädern könnte man wohl sagen: der Eine fährt lieber Rennrad auf glattem Asphalt, der Andere lieber Mountainbike im groben Gelände. Angeblich kann die Software per App das Fahrverhalten auf Gelände und Vorlieben optimieren.

 

Ich bin da ehrlich gesagt mehr der analoge Typ, das Trotter hat überhaupt keine App oder dergleichen, und ich meine, das braucht es auch nicht. Wann immer ich den Verdacht hatte, das Gerät hätte Schwächen, stellte sich raus, dass meine Fahrkünste noch Luft nach oben hatten.

 

Das Sinnvollste wäre ein Vergleich verschiedener OneWheels per Probefahrt, aber das ist in Deutschland - mit der derzeitigen Rechtslage und mauer Verbreitung - schwierig zu organisieren. Ich habe mal den Macher der französischen Trotter-Facebook-Seite angeschrieben. Dachte, in Frankreich steppt doch sicher der Bär, da sind schließlich alle EKF legal. Irrtum, er hat bisher keinen anderen Fahrer eines Trotter persönlich getroffen...

 

Für wenig sinnvoll halte ich, darauf zu bestehen, dass die eigene Marke das Nonplusultra sei, der Rest Schrott. Gesunde Konkurrenz führt letztlich dazu, dass der Kunde am Ende auswählen kann, was ihm persönlich am besten gefällt.

 

Was neben der Software, dem Motor etc. natürlich AUCH eine Rolle spielt, das ist der Reifen:

Ist die Oberfläche komplett platt und die Kanten hart, dann fährt das Ding ungern in die Kurve, aber gut geradeaus. Ist der Reifen gewölbt und die Kanten abgerundet, dann hat es keinen so ruhigen Geradeauslauf, kurvt dafür aber umso besser. Dann gibt es noch Reifendurchmesser, Reifenbreite, Luftdruck und Härte der Gummimischung, Abmessungen und Gewicht des kompletten Boards usw.

 

In Deutschland kommt erschwerend hinzu, wie hoch die 'bauartbedingte Höchstgeschwindigkeit' ist. Vermutlich wird alles oberhalb von 20 km/h keine Chance auf Legalisierung haben. Inwieweit ein schnelleres OneWheel per Drosselung die Deutschen Gesetze einhalten können wird, das ist Stand heute noch nicht geklärt.

 

Nordlicht

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Moin Markus!

 

Ein weiterer Punkt, den ich vergessen habe zu erwähnen...

 

Wenn Du mit einem OneWheel (oder einem beliebigen anderen selbstbalancierenden Fahrzeug) in ein Schlagloch fährst, dann muss der Motor schlagartig viel Power bereitstellen können, um Dich blitzschnell zu stabilisieren und in der Waagerechten zu halten.

Ordentliche Motorleistung ist also ein echter Sicherheitsfaktor - das wird leider gerne übersehen, wenn von Gesetzgebern Watt-Obergrenzen eingeführt werden sollen.

 

Im echten Leben, siehe oben beim Kollegen aus Florida mit 250 Watt D1 aber geschätzt gut 100 kg Gewicht, kann ein schwachbrüstiges selbstbalancierendes Vehikel bei schwerem Fahrer UND schwerem Gelände schnell an seine Grenzen kommen.

 

Hinzu kommt, dass die Motorpower auch bestimmt, wie viel Bremskraft das Gefährt aufbringen kann und wie lang der Bremsweg sein wird - und auch das ist wichtig für Deine Sicherheit. Hoffe, ich konnte Dir weiterhelfen.

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Das Onewheel + XR kann man wohl als das derzeit krasseste OneWheel bezeichnen, was die Performance angeht - allerdings auch das krasseste in Sachen Preis. Hier in Deutschland liegst Du so bei Pi mal Auge 2000€. Das blättert man nur auf den Tisch, wenn man sich verdammt sicher ist, dass es unbedingt ein Onewheel + XR sein soll.

 

Da das der Hersteller Future Motion auch weiß, haben sie sich offenbar entschieden, ein Einstiegsprodukt anzubieten - das Pint. Auch DAS wird hier in Deutschland nicht billig sein, aber die Hürde ist schon etwas niedriger. Es ist kleiner, leichter und wohl auch wendiger, dafür nicht ganz so leistungsstark, punktet aber mit einigen Innovationen. Diese Innovationen - z.b. optische Anzeige des Akkustands per LEDs statt nur über App oder auch ein serienmäßiger Tragegriff - könnten dann in Zukunft wieder beim Nachfolger des XR auftauchen.

 

Meine Meinung dazu: je mehr Auswahl, desto besser. In der Marktübersicht sollten auch all die Produkte, die nicht mehr als Neuware erhältlich sind, weiter vertreten sein. Denn es kann immer Sinn machen, sich erstmal ein gebrauchtes OneWheel zu kaufen, um Erfahrungen damit zu machen.

 

Bitte auch immer bedenken: Stand heute - April 2019 - ist noch nicht geklärt, ob OneWheels legal am Deutschen Straßenverkehr teilnehmen können oder nicht. Wenn ja, welche sind zulassungsfähig, welche nicht? Ein Onewheel + XR mit laut Topspeedliste mehr als 28 Meilen pro Stunde / ~ 45 Kilometer pro Stunde bauartbedingter Höchstgeschwindigkeit müsste wohl in jedem Fall für den Deutschen Markt gedrosselt werden. 

 

Ich kann dazu nur sagen: Mir geht es überhaupt nicht um Geschwindigkeit, sondern um das Fahrgefühl. Deshalb wäre eine Probefahrt in jedem Fall das Optimale. Das sage ich aber auch jedem, der sich ein neues Fahrrad kaufen will. Das Teil muss DIR gefallen und zu DIR passen, alles andere ist graue Theorie.

 

Nordlicht

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